Konzernstrategie VNG 2030+

Mit unserer Konzernstrategie VNG 2030+ richten wir unser Unternehmen konsequent auf eine sichere, nachhaltige und zunehmend klimaneutrale Energieversorgung aus. Dafür investieren wir in Infrastruktur, erneuerbare Gase und digitale Lösungen und schaffen so die Basis für nachhaltiges Wachstum.
 

Wir gestalten die Energieversorgung mit Gasmolekülen

Gasmoleküle bleiben ein zentraler Bestandteil des Energiesystems – heute und in Zukunft. Gleichzeitig sind die Erwartungen an die Nachfrage nach Methan, Wasserstoff und weiteren Technologien unterschiedlich. Deshalb setzen wir auf einen klaren strategischen Kurs mit hoher Flexibilität.

Schrittweise für mehr Flexibilität

Die Energiebranche ist geprägt von geopolitischen Unsicherheiten, regulatorischen Veränderungen und volatilen Märkten. Darauf reagieren wir mit einer klaren Phasenlogik: Wir investieren gezielt dort, wo Nachfrage, Wirtschaftlichkeit und regulatorischer Rahmen zusammenpassen – und bleiben so flexibel und risikobewusst. Zunächst stärken wir unser Kerngeschäft und bauen die Infrastruktur gezielt aus – etwa im Vertrieb, bei Biomethan und bei wasserstofffähigen Netzen. Parallel treiben wir den Aufbau des Wasserstoffsystems in Ostdeutschland voran. Erst im zweiten Schritt, abhängig von Markt- und Rahmenbedingungen, erweitern wir unsere Elektrolysekapazitäten, die H2-Importstrukturen oder eine potenzielle Carbon Management Infrastruktur. unsere Erzeugungs-, Import- und Speicherkapazitäten. Wir werden ausschließlich dort investieren, wo Wirtschaftlichkeit gegeben ist. Denn Transformation kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie bezahlbar bleibt.

Bis zu 5 Milliarden Euro für eine zukunftsstarke Energieversorgung

Bis Mitte der 2030er-Jahre investieren wir bis zu 5 Milliarden Euro. Sie gehen gezielt in Bereiche, in denen wir heute stark sind und weiter wachsen wollen. Das sind insbesondere unser Kerngeschäft mit Erdgas sowie Biogas und digitale Netze. Damit stärken wir unsere Marktposition und schaffen die Grundlage für die Energieversorgung von morgen. 
Alle Investitionen folgen einem klaren Prinzip: Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Klimaschutz denken wir konsequent zusammen. Unser Anspruch ist es, die Transformation des Energiesystems aktiv mitzugestalten und als Unternehmen zugleich wirtschaftlich verantwortungsvoll zu handeln.

Kunden geben den Takt an

Unsere Kunden stehen im Mittelpunkt. Wir richten unsere Angebote konsequent an ihren Bedarfen aus und begleiten sie aktiv bei der Transformation ihrer Energiesysteme. So erschließen wir auch neue Marktchancen.

Starkes Fundament

VNG verfügt über ein starkes Fundament: ein integriertes Geschäftsmodell entlang der gesamten Energie-Wertschöpfungskette, langjährige Erfahrung mit kritischer Infrastruktur und verlässliche Partnerschaften. Das bietet Stabilität und ist die Basis für weiteres Wachstum.
 

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Purpose VNG

Wie Strategie und Leitbild unser Handeln verbinden

Unsere Strategie folgt dem Ziel, Energie sicher, wirtschaftlich und zunehmend dekarbonisiert bereitzustellen. Dieser Anspruch ist auch in unserem Konzernleitbild verankert. Abgeleitet aus unserem Purpose „Wir sorgen für Energie, die gebraucht wird.“ beschreiben wir darin unser Selbstverständnis als relevantes Energieunternehmen für Versorgungssicherheit in Gegenwart und Zukunft, als Gestalter der Transformation hin zu einem erneuerbarem Energiesystem, mit klarer regionaler DNA und als starker Partner der Region.
 

Geschäftsaktivitäten im künftigen Energiesystem


Auf Basis eines starken Bestandsgeschäfts im Gasbereich baut VNG ihre Geschäftstätigkeiten konsequent weiter aus.

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Künftige Geschäftsfelder von VNG

(schematische Darstellung)

Die Grafik zeigt die zukünftigen Geschäftsfelder von VNG entlang der Energiewertschöpfungskette.

Im Bereich Import beschafft VNG Erdgas über pipelinegebundene Lieferungen aus eigenen Langfristverträgen sowie über LNG, das an Importterminals regasifiziert und als Erdgas übernommen wird. Damit stellen wir weiterhin eine diversifizierte und stabile Beschaffungsbasis sicher.

Im Bereich Erzeugung und assetbasierte Beschaffung betreibt VNG über die Tochtergesellschaft BALANCE Biogasanlagen, um darüber erneuerbaren Strom und Biogas zu erzeugen. Das Biogas wird zu Biomethan aufbereitet und in das Erdgasleitungsnetz eingespeist. Gleichzeitig werden lokale Verbraucher rund um die Anlagen mit Nahwärme versorgt. Darüber hinaus entwickelt VNG Projekte zur Produktion von grünem und kohlenstoffarmem Wasserstoff. Zum Einsatz kommen Elektrolyse, Dampfreformierung in ATR-Anlagen mit CO₂-Abscheidung sowie NH₃-Cracker.

Im Bereich Gasinfrastruktur tritt VNG über die Tochtergesellschaften ONTRAS und VNG Gasspeicher als Betreiber kritischer Energieinfrastruktur auf. ONTRAS verantwortet das Fernleitungsnetz in Ostdeutschland für Erdgas sowie Teile des künftigen Wasserstoff-Kernnetzes. Die VNG Gasspeicher betreiben Untergrundgasspeicher tragen so ebenso zur Versorgungssicherheit bei. Perpektivisch werden ausgewählte Standorte zur Wasserstoffspeicherung genutzt. Parallel baut VNG über die GDM Gruppe digitale Infrastrukturen aus, verlegen Glasfaser-Backbone-Leitungen sowie regionale LWL-Netze bis hin zum Hausanschluss. Mit dem Projekt Carbonect entwickeln wir zudem Ansätze für neue Geschäftsmodelle entlang der Carbon-Management-Wertschöpfungskette.

 

Interview mit Oliver Hill und Mike Diekmann zur Konzernstrategie VNG 2030+

Die Strategie VNG 2030+ sieht in den kommenden zehn Jahren Investitionen von bis zu fünf Milliarden Euro vor. Im Interview erläutern Oliver Hill (Leiter Konzernentwicklung) und Mike Diekmann (Leiter Strategie Umsetzung) wie VNG diesen Weg gestaltet.
 

VNG hat angekündigt, bis zu 5 Milliarden Euro in ihr Geschäft zu investieren. Was steckt konkret dahinter?

Hill: Richtig, wir wollen in den kommenden Jahren das größte Investitionsprogramm in der Geschichte von VNG umsetzen. Investieren werden wir vor allem dort, wo wir bereits stark sind und weiter wachsen können. Deshalb fließt das Geld in den weiteren Ausbau unseres Bestandsgeschäfts und unsere Gasinfrastruktur, in den Aufbau des ONTRAS H2-Startnetzes und in die Bereiche Biogas und Digitale Infrastruktur. Auch die weitere Entwicklung der Wertschöpfungsketten für Wasserstoff und perspektivisch CO2 wollen wir mit Augenmaß vorantreiben.

Diekmann: Mit unserer Strategie richten wir unser Geschäft darauf aus, zu investieren, zu transformieren und zu wachsen. Der Bedarf an sicherer Energieversorgung bleibt hoch, und darin liegt unsere Stärke: Wir betreiben seit vielen Jahrzehnten kritische Infrastruktur und beziehen Gas aus verschiedenen internationalen Bezugsquellen, einschließlich LNG-Importen. Daran halten wir fest und bauen das Geschäft auch weiter aus. Zugleich behalten wir die Dekarbonisierung im Blick. Wasserstoff sowie Biogas und Biomethan spielen hierfür eine wichtige Rolle.

Wie stellen Sie bei diesem großen Investitionsvolumen sicher, dass VNG flexibel bleibt und Risiken begrenzt?

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Hill: Unser geschäftliches Umfeld ist in den vergangenen Jahren deutlich volatiler geworden. Das betrifft die gesamte Branche. Deshalb haben wir eine Phasenlogik für unsere Strategieumsetzung entwickelt, die uns eine entsprechende Flexibilität gibt. Erst wenn die Nachfrage beim Kunden vorhanden ist, der regulatorische Rahmen steht und die Wirtschaftlichkeit für Projekte gegeben ist, werden wir unsere Wachstums- und Investitionsmöglichkeiten nutzen. Dahinter stehen robuste und wirtschaftlich tragfähige Entscheidungen.

 

Der deutsche Wasserstoffmarkt war zuletzt von einiger Ernüchterung geprägt. Wie schauen Sie darauf?

Diekmann: Aus unserer Sicht geht an dem Wandel der Energieversorgung in Richtung dekarbonisierter Gase kein Weg vorbei. Aus diesem Grund hat VNG schon frühzeitig in Biogas investiert und Wasserstoff-Projekte initiiert. Daran halten wir auch fest! Offen ist allerdings, wie und mit welchem Zeitplan wir unsere Projekte unter echten Markt-, Kosten- und Regulierungsbedingungen so umsetzen, dass sie dauerhaft tragfähig sind. Aktuell konzentrieren wir uns auf Kundinnen und Kunden sowie auf industrielle Anwendungen, die die größten Chancen auf Umsetzung haben. Außerdem wirken wir auf verlässliche Rahmenbedingungen hin.

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Mike Diekmann - Leiter Strategie Umsetzung bei VNG