VNGart-Preis 2026 an zwei Studierende aus Mitteldeutschland verliehen

VNG AG

Kunstpreis würdigt zeitgenössische Positionen zu Gemeinschaft, Erinnerung und gesellschaftlichem Wandel.

Die VNG-Kunstinitiative VNGart und die VNG-Stiftung haben heute David Kind (Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle) und Dayoung Jung (Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig) mit dem VNGart-Preis 2026 ausgezeichnet. Der Förderpreis für junge künstlerische Positionen ist jeweils mit 3.000 Euro dotiert und feierte im Jahr 2024 erstmals Premiere. Bei der zweiten Auflage des Kunstpreises wurden zwei Arbeiten gewürdigt, die sich intensiv mit dem Thema „Gemeinschaft im Wandel – künstlerische Perspektiven des Zusammenhalts“ auseinandersetzen und aktuelle Diskurse künstlerisch reflektieren. 

„Insgesamt haben uns fast 100 Bewerbungen junger aufstrebender Nachwuchskünstlerinnen und -künstler erreicht. Der große Zuspruch hat uns sehr gefreut, nicht zuletzt da sich erstmals Kunststudierende aus ganz Mitteldeutschland bewerben konnten“, sagt Linda Liebscher, die VNGart betreut. Ausgeschrieben wurde der Kunstwettbewerb an Studierende sowie Absolventinnen und Absolventen im ersten Jahr nach ihrem Abschluss an renommierten mitteldeutschen Kunsthochschulen – darunter die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, die Bauhaus-Universität Weimar, die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle sowie die Hochschule für Bildende Künste Dresden. Die beiden prämierten Studierenden konnten mit ihren Werken eine Fachjury aus acht Expertinnen und Experten der Region überzeugen. Der VNGart-Preis wird im zweijährlichen Turnus vergeben und zählt zu den wenigen Kunstförderpreisen in Mitteldeutschland. 

„Die Förderung von Studierenden und zeitgenössischer Kunst ist für die VNG-Stiftung eng mit unserer Verantwortung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Ostdeutschland verbunden. Mit dem VNGart-Preis fördern wir gezielt junge künstlerische Positionen, die Erfahrungen zu Gemeinschaft, Umbruch und Erinnerung reflektieren und damit wichtige Impulse für den gesellschaftlichen Dialog und die Förderung demokratischer Werte in der Region setzen. Mit dem VNGart-Preis möchten wir diese Stimmen stärken und sichtbar machen“, so Mandy Baum, Stiftungsmanagerin der VNG-Stiftung.

„Die prämierten Arbeiten haben die Jury vor allem aufgrund ihrer konzeptionellen Tiefe, formalen Präzision und hohen gesellschaftlichen Relevanz begeistert. Sie greifen aktuelle Fragestellungen mit großer Sensibilität auf und finden dafür eine jeweils eigene, prägnante und berührende Bildsprache. Die Arbeiten von David Kind und Dayoung Jung verbinden ästhetische Konsequenz mit inhaltlicher Vielschichtigkeit und eröffnen so neue Perspektiven auf prägende Themen unserer Zeit“, erläutert Dr. Jenny Graser, Kuratorin des Museums der bildenden Künste (MdbK) in Leipzig.    

Ausstellung „Present Collective II“ in Leipziger Baumwollspinnerei (25. April bis 16. Mai)

Die ausgezeichneten Arbeiten sind Teil der Ausstellung „Present Collective II: Umbrüche. Impulse aus Mitteldeutschland“, die am heutigen Abend der Preisverleihung in der Werkschauhalle (Halle 12) der Leipziger Baumwollspinnerei eröffnet wurde. Die von Juness Beshir kuratierte Ausstellung zeigt eine Vielzahl an Werken der Preisträger und Preisträgerinnen aus den Jahren 2024 und 2026, aus der VNGart-Sammlung sowie weitere künstlerische Positionen zum Thema Umbrüche. Die Ausstellung ist vom 25. April bis 16. Mai 2026 kostenfrei im Rahmen des Frühjahrsrundgangs der Spinnerei-Galerien sowie darüber hinaus zugänglich (Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag, 12 bis 17 Uhr; Samstag 11 bis 17 Uhr). 

Die Preisträger und ihre Werke

David Kind (*1990 in Gerolstein) ist Studierender der zeitbasierten Künste an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle. Er arbeitet an der Schnittstelle von experimentellem Film, Dokumentation und Medienkunst. Seine für den VNGart-Preis eingereichten Arbeiten setzen sich mit sozialen Brüchen, Gewalt und Erinnerung auseinander und rücken Gemeinschaft als fragiles Gefüge in den Fokus. Im experimentellen Dokumentarfilm „Gelände“ untersucht Kind die gesellschaftlichen und historischen Kontexte rechter Gewalt und fragt nach Mechanismen von Verdrängung und Normalisierung. Die Videoinstallation „Bastard“ thematisiert psychische Gewalt im Kontext des russischen Angriffskrieges in der Ukraine und lotet moralische Ambivalenzen von Empathie und Verantwortung aus. Mit der persönlichen Kurzdokumentation „In den Wohnungen meiner Mutter sind viele Türen“ richtet Kind den Blick auf familiäre Gewaltstrukturen und deren Weitergabe über Generationen hinweg. Seine Arbeiten verstehen Gemeinschaft nicht als stabile Einheit, sondern als wandelbaren, konfliktreichen Raum, in dem Verletzlichkeit und Veränderung gleichermaßen angelegt sind.

Dayoung Jung (*1992 in Suwon, Südkorea) ist Medienkünstlerin und Studentin der Klasse Installation und Raum an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit Räumen als Träger sensueller, emotionaler und historischer Narrative. In der für den VNGart-Preis eingereichten Video und Installationsarbeit „Du neben uns“ sowie der Forschungsarbeit „We, We, We and We“ setzt sie sich mit kollektiver Erinnerung und marginalisierten Perspektiven auseinander. Ihre Arbeit verbindet persönliche Erzählungen mit archivierten Fotografien und macht Formen gemeinsamer Geschichte sichtbar, die lange übersehen wurden. Im Zentrum steht die Frage, wie Erinnerung bewahrt, vermittelt sowie historisiert werden kann und wessen Stimmen dabei Teil einer gemeinsamen Erinnerungskultur sind. In diesem Kontext bringt Jung Vergangenheit und Gegenwart in einen sensiblen Dialog zueinander und begreift Gemeinschaft als vielstimmiges und offenes Narrativ. Ihre Arbeiten laden das Publikum dazu ein, bestimmte Räume und Sinne von Erinnerung selbst zu durchlaufen.

Christian Roos, Presse und Social Media bei der VNG AG

Ihr Ansprechpartner

Christian
Roos

Presse & Social Media

ÜBER DIE VNG-STIFTUNG

Die VNG-Stiftung wurde 2009 von der VNG AG gegründet und unterstützt Förderprojekte in den Bereichen Zivilgesellschaft & Gemeinwohl, Demokratie & Zusammenhalt, Kunst & Kultur sowie Breitensport & Gesundheit in der Fokusregion Ostdeutschland. Gemeinsam mit vielen Partnern setzt sich die VNG-Stiftung für die Stärkung des Gemeinwohls in Ostdeutschland, die Anerkennung ehrenamtlicher Tätigkeit und die Förderung von Stiftungsneugründungen in der Region ein. Mehr unter: www.vng-stiftung.de

ÜBER VNG ART

VNGart ist eine Kunstinitiative des Energiekonzerns VNG AG mit Sitz in Leipzig. VNGart versteht sich als Schnittstelle zwischen zeitgenössischer Kunst, gesellschaftlichen Fragestellungen und unternehmerischer Verantwortung. Mit dem VNGart-Preis, Ausstellungen und weiteren Formaten fördert VNGart junge künstlerische Positionen und unterstützt den gesellschaftlichen Dialog zu Themen wie Transformation, Zusammenhalt und Zukunftsgestaltung. Dabei setzt VNGart auf eine enge Zusammenarbeit mit kulturellen Institutionen, Hochschulen und regionalen Partnern. Bereits in den frühen 1990er Jahren legte VNG den Grundstein für die VNGart-Kunstsammlung, in der sich Werke von mehr als 180 Künstlerinnen und Künstlern finden, die vorwiegend aus Leipzig und Sachsen stammen. Mittlerweile zählt VNGart zu den größten unternehmensgetragenen Kunstsammlungen Mitteldeutschlands – mit mehr als 1.100 Werken, davon 220 Malereien und Grafiken sowie über 890 Fotografien. Die Werke thematisieren vor allem die Wendezeit und den gesellschaftlichen Wandel nach 1989 in Ostdeutschland. Mehr unter: www.vng-art.de

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Preisträger-VNG-art-Preis2026

VNGart-Preisträger 2026: David Kind (Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle) und Dayoung Jung (HGB Leipzig). © Foto: Eric Kemnitz