Strategie VNG 2030+

Unser Weg in die Zukunft

Es reicht nicht mehr aus, zehn Jahre in die Zukunft zu schauen, um den fundamentalen Wandel zu verstehen und mitzugestalten, der sich aktuell in der Energiebranche abzeichnet. Folglich richten wir unseren Blick ebenso auf die Gaswelt von übermorgen: Machen zum Beispiel sogenannte grüne Gase derzeit bislang nicht mal ein Prozent am gesamten Gasverbrauch aus, wird sich dieses Verhältnis innerhalb weniger Jahrzehnte umkehren – mit erheblichen Auswirkungen auf unser Geschäft und die ganze Energiebranche.

Auf der anderen Seite kann und wird Erdgas weiterhin eine entscheidende Rolle dabei spielen, die CO2-Emissionen in allen Bereichen des Lebens zu verringern und die europäischen Klimaschutzziele zu erreichen. Währenddessen wird vernetztes Denken und Handeln bereichs- und sektorenübergreifend zur Schlüsselkompetenz. Der proaktive Umgang mit diesen und weiteren Megatrends spiegelt sich in unserer Strategie VNG 2030+ wider. Das ist der Schlüssel für unser künftiges Wachstum – und für ein funktionierendes Energiesystem der Zukunft.

Das Ziel vor Augen

Für uns steht fest: Wir wollen mit unseren Partnern und Kunden auch in einem komplexer werdenden Energiemarkt die richtigen Leistungen und Produkte rund um Gas und Energie anbieten. Deshalb haben wir 2017 mit VNG 2030+ einen konzernübergreifenden Strategieprozess angestoßen. Wir entwickelten damit für VNG eine strategische Perspektive, die sich nicht nur an den wirtschaftlichen, sondern insbesondere auch an den anspruchsvollen energiepolitischen und gesellschaftlichen Anforderungen ausrichtet.

Auf diese Weise wollen wir uns im intensiven Wettbewerb mit sich wandelnden Herausforderungen behaupten und Ertragspotenziale ausschöpfen. Mit der Neuausrichtung verfolgen wir zwei zentrale Stoßrichtungen: In den etablierten Geschäftsbereichen Handel & Vertrieb, Transport und Speicher liegt unser Fokus darauf, unsere operative Performance weiter zu optimieren. Darüber hinaus identifizieren wir fortlaufend Wachstumschancen in angrenzenden Geschäftsfeldern. Mit ersten positiven Ergebnissen in der Umsetzung stand das Jahr 2018 ganz im Zeichen dieser Zielsetzung. Ein erster wichtiger Meilenstein war die Veräußerung unseres Explorations- und Produktionsgeschäfts. Gemeinsam mit dem Abschluss eines Konsortialkreditvertrages verschafften wir uns so weitere finanzielle Handlungsspielräume für die Strategieumsetzung in den kommenden Jahren.

Neue Perspektiven für VNG

Wir diversifizieren unsere Aktivitäten zielgerichtet, indem wir angrenzende und neue Geschäftsfelder erschließen. Dabei fokussieren wir Themen, die auch das energiepolitische Umfeld maßgeblich prägen und wichtige Schlüssel für den Klimaschutz, die Versorgungssicherheit und die fortschreitende Sektorenkopplung sind.

Grüne Gase sind als kompetenzbasiertes Wachstumsfeld für uns von besonderer Bedeutung: Sie sind flexibel einsetz- und speicherbar und können einen großen Beitrag zur CO2-Senkung im Wärmemarkt, im Verkehrssektor und in der Industrie leisten. Aus diesem Grund bieten sie sich als wichtiger Bestandteil der erneuerbaren Energien an. Im Zuge der Strategie VNG 2030+ haben wir uns vorgenommen, in diesem Bereich zu wachsen – was uns 2018 mit der BALANCE VNG Bioenergie GmbH auch gelang. Das Unternehmen konzentriert sich darauf, in Biogas- und Bioerdgas-Anlagenkonzepte zu investieren und diese weiterzuentwickeln. Darüber hinaus stehen für uns zunehmend Projekte und eigene Pilotvorhaben rund um Wasserstoff im Fokus.

Wenn es um das Thema Digitalisierung geht, betrachten wir nicht nur unsere internen Prozesse, sondern auch potenzielle neue Geschäftsfelder. So haben wir digitale Infrastrukturen als Wachstumsfeld identifiziert. Der Vorteil: Hier lassen sich unsere Kernkompetenzen im zuverlässigen Betrieb von kritischer Infrastruktur wie Transportnetzen und Speichern auch auf den Transport und die Speicherung von Daten übertragen. Über Beteiligungen investieren wir in den Ausbau und Betrieb von digitaler Infrastruktur. Auf diesem Weg streben wir an, einer der führenden unabhängigen Anbieter für infrastrukturbasierte sichere Datendienste zu werden.

Auf ganzheitliches Denken kommt es insbesondere bei der Planung, Realisierung und dem Betrieb bedarfsgerechter Quartierslösungen an – von der Wärmeerzeugung über Strom, Mobilität und Telekommunikation bis hin zur Energieeffizienz. Unsere Tochter VNG ViertelEnergie GmbH hat sich hierauf spezialisiert und unterstützt Kommunen gemeinsam mit ihrem Leipziger Kooperationspartner Tilia GmbH dabei, zukunftsweisende Lösungen zu erarbeiten und umzusetzen.


Grün, digital, gasbasiert

Wir verstehen uns als proaktiver Gestalter der Energiewende. Unser Zielbild lautet dabei, VNG grün, digital und gasbasiert aufzustellen:

  • Grün, weil ein modernes Energiesystem nachhaltig sein muss und regenerative, grüne Gase ein wichtiger Partner der erneuerbaren Energien sein werden.
  • Digital, weil smarte Prozesse bei der Sektorenkopplung sowie beim Aufbau und der Koordination von Infrastrukturen eine Schlüsselrolle einnehmen.
  • Gasbasiert, weil Gas besonders klimaeffizient ist, zahlreiche Technologien für die Zukunft bereithält und ein Energieträger mit der Option der eigenen Vergrünung ist.

 

Innovativ handeln
VNG Querdenker
Als Verbund mit jahrzehntelanger Tradition fühlen wir uns unseren Wurzeln verpflichtet. Aber wir haben auch Freude an frischen Ideen und Innovationen. Dafür steht zum Beispiel die Initiative »Querdenker«, eine von unseren Mitarbeitern ins Leben gerufene Ideenwerkstatt. Wir wollen unser Innovationsmanagement darüber hinaus sukzessive weiter stärken. Im zurückliegenden Jahr haben wir beispielsweise eine neue IT-Plattform zur konzernweiten Generierung und Entwicklung von Ideen etabliert und verschiedene Innovationskampagnen gestartet. Durch unser Tochterunternehmen VNG Innovation GmbH und dessen Beteiligungen an aufstrebenden Unternehmen stehen wir überdies in engem Austausch mit jungen Vordenkern der Branche. Und über die Partnerschaft mit dem Leipziger SpinLab – The HHL Accelerator positionieren wir uns im Rahmen des Smart Infrastructure Hubs systematisch als strategischer Partner von Start-ups.
Gas ist Alleskönner
Seit der UN-Klimakonferenz in Paris ist Dekarbonisierung eines der Schlüsselwörter unserer Zeit. Vor diesem Hintergrund verstehen wir uns mit unserem Produkt als Lösungsbringer für die Energiewende. Fakt ist: Die Energiewende kann nur gelingen, wenn die Treibhausgasemissionen nachweisbar sinken. Eine wichtige Option stellt dabei die stärkere Nutzung des Energieträgers Gas dar. Besonders viel Potenzial steckt beispielsweise im Austausch von in die Jahre gekommenen Heizungen: Innovative Systeme auf Gasbasis können zu einer CO2-Ersparnis von bis zu 40 Prozent gegenüber alten Heizungsanlagen führen. In der Stromerzeugung haben Gaskraftwerke ebenfalls große Vorteile: Sie halbieren die Emissionen im Vergleich zu Kohle und ergänzen die volatilen erneuerbaren Energien dank flexibler Steuerbarkeit auf optimale Weise. Und im Personen-, Güter- und Schiffsverkehr kann Erdgas als Kraftstoff in komprimierter (CNG) oder verflüssigter (LNG) Form dazu beitragen, sowohl die CO2- als auch die Feinstaubemissionen deutlich zu senken. Somit steht Erdgas für schnellen und effektiven Klimaschutz.
Energie weiterdenken
In der Energiewelt von morgen ist unser Produkt der Garant für Versorgungssicherheit. Aber Gas ist nicht gleich Gas: In dem Maße, wie sich neue technologische Möglichkeiten eröffnen, werden gasförmige Energieträger immer klimafreundlicher. Dank der Beimischung grüner Gase – wie Bioerdgas oder Wasserstoff – wird sich die CO2-Bilanz noch weiter verbessern. Bei der fortschreitenden Kopplung der Sektoren Strom, Wärme, Mobilität und Industrie und der Gesamtoptimierung des Energiesystems wird Gas ebenfalls eine Schlüsselrolle einnehmen. So kommt eine gut ausgebaute Gasinfrastruktur auch den Erneuerbaren zugute. Als Teil des Power-to-Gas-Konzepts wird Gas sogar zum festen Partner: Hierbei wird überschüssige Energie in Wasserstoff oder synthetisches Gas umgewandelt, die langfristig gespeichert, transportiert und nutzbar gemacht werden können. So wird Gas als Baustein der Kopplung der Sektoren erneuerbar – und zum integralen Bestandteil einer klimaneutralen Zukunft.