Verkaufsprozess abgeschlossen: VNG übernimmt Gas-Union

Ulf Heitmüller, CEO VNG AG
1. Oktober 2020
VNG AG
Leipziger Energiekonzern stärkt mit Erwerb eigene Position auf dem Gasmarkt

Der Erwerb der Gas-Union GmbH durch den international agierenden Energiekonzern VNG AG ist offiziell vollzogen: Nachdem sich der Leipziger Unternehmensverbund bereits im Juli dieses Jahres im EU-weiten Bieterwettbewerb durchgesetzt hatte, haben sowohl die Kartellbehörden als auch die entsprechenden Gremien grünes Licht für die Übernahme des bisherigen Wettbewerbers aus Frankfurt am Main gegeben. Das Closing erfolgte am gestrigen Mittwoch, 30. September 2020. 

„Die Gas-Union ist ein traditionsreiches Unternehmen, das sich innerhalb der Branche und speziell im Handels- und Vertriebsbereich aufgrund seiner hohen Kundenorientierung einen guten Ruf erarbeitet hat. Mit dem Erwerb der Gas-Union als Wettbewerber können wir unsere eigene Position auf dem deutschen Gasmarkt weiter stärken,“ erklärte VNG-Vorstandsvorsitzender Ulf Heitmüller. „Wir sind in einem anspruchsvollen Markt aktiv, der von einem hohen Wettbewerbsdruck geprägt ist. Insofern beteiligen wir uns proaktiv an der stattfindenden Marktkonsolidierung und nutzen diesen Schritt dazu, uns in diesem Umfeld zu positionieren und unseren Konzern noch breiter aufzustellen. Mit ihren Geschäftsbereichen Handel und Vertrieb, Transport und Speicherung sehen wir im Erwerb der Gas-Union eine sinnvolle Ergänzung zu unserem eigenen Portfolio.“

Heitmüller erklärte weiter: „Es gilt nun, den bestmöglichen und sinnvollsten Übergang für alle Beteiligten zu finden. Dazu zählt beispielsweise auch die künftige Ausrichtung des Netzgeschäfts, des Handelsgeschäfts oder der Speicherassets der Gas-Union“, so der VNG-CEO. „In diesem Zusammenhang werden wir in den kommenden Wochen intensive Gespräche mit den Verantwortlichen der Gas-Union hinsichtlich der weiteren Zukunft einzelner Aktivitäten und der Auswirkungen auf die Belegschaft führen. Uns ist mit Blick auf den gesamten Prozess sehr daran gelegen, wirtschaftlich passende und faire Lösungen zu finden.“  

Genau wie die VNG AG, die die gesamte Gaswertschöpfungskette abdeckt und sich auf die vier Geschäftsbereiche Handel & Vertrieb, Transport, Speicher und Biogas konzentriert, verfügt die Gas-Union über eine ausgewiesene Expertise auf dem Gasmarkt: Sie agiert als Großhändler und Dienstleister im Markt und belieferte regionale und lokale Versorgungsunternehmen, Industriekunden und Kraftwerke im gesamten Bundesgebiet. Das Erdgastransportsystem der Gas-Union umfasst eine Gesamtlänge von 544 Kilometern. Speicherkapazitäten an vier Standorten mit einem gesamten Arbeitsgasvolumen von 3,42 Terawattstunden (TWh) ergänzen das Portfolio. 

Größter Anteilseigner der Gas-Union war zuletzt die Mainova AG mit 34,27 Prozent. Weitere Gesellschafter waren: die RGE Holding GmbH (23,57 Prozent), die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG (15,91 Prozent), die Städtische Werke AG (9,18 Prozent), die Stadtwerke Göttingen AG (6,12 Prozent), die Stadtwerke Essen AG (4,55 Prozent) sowie die Energie- und Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet GmbH (4,55 Prozent). Diese Anteile gehen nun an die VNG AG über. Die Gas-Union GmbH selbst hält 1,85 Prozent eigene Anteile an der Gesellschaft.

Zur VNG
VNG ist ein europaweit aktiver Unternehmensverbund mit über 20 Gesellschaften, einem breiten, zukunftsfähigen Leistungsportfolio in Gas und Infrastruktur sowie einer über 60-jährigen Erfahrung im Energiemarkt. Der Konzern mit Hauptsitz in Leipzig beschäftigt rund 1.200 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und erzielte im Geschäftsjahr 2019 einen abgerechneten Umsatz von rund 10,5 Mrd. Euro. Entlang der Gaswertschöpfungskette konzentriert sich VNG auf die vier Geschäftsbereiche Handel & Vertrieb, Transport, Speicher und Biogas. Ausgehend von der Kernkompetenz in Gas richtet VNG mit der Strategie „VNG 2030+“ ihren Fokus zunehmend auf neue Geschäftsfelder. Dazu zählen unter anderem grüne Gase und digitale Infrastrukturen.